Mit Bewegung lernen ist schon eine Art Slogan, der vielen Eltern im Ohr ist. Während der Corona Pandemie bewegten sich Kinder manchmal nur vom Bett zum Fernseher und maximal noch zum Küchentisch oder ins Bad. Die Zeit hat bei vielen Kindern und jungen Erwachsenen Spuren hinterlassen: Erstmals berichtet das Kinderhilfswerk Unicef, dass es mehr fettleibige als untergewichtige Kinder auf der Welt gibt.

Das Thema „Mit Bewegung lernen“ deutet ja auch an, dass Bewegung Kinder nicht nur schlanker und damit gesünder macht, sondern auch den Lernerfolg erhöht. Genau das, die Unterstützung des Lernerfolgs durch Bewegung, haben die Forscher Gogoll und Gerlach in einer Studie von 2020 unter anderem untersucht.

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Was sagt die Wissenschaft?

Es gibt mehrere Argumente aus der Wissenschaft, die Bewegung als „leistungsfördernd“ für die Schule bezeichnen:

  1. Bewegung fördert die Aktivierung von neuronalen Netzwerken fürs Lernen
  2. Bewegung fördert durch die gesteigerte Hirndurchblutung die Verschaltung von Neuronen via Synapsen

Neuere Studien zu den beiden Argumenten haben getestet, wie Sport die exekutiven Funktionen der Kinder beeinflusst. Diese kognitiven Funktionen (Updating, Inhibition, Shifting) sind Grundvoraussetzungen für alle höheren, kognitiven Leistungen von Menschen:

  • Updating: zwischen Alternativen abwägen können, um eine angemessene Reaktion in konkreten Situationen zu finden
  • Inhibition: Störreize ausblenden können, um handlungsfähig zu bleiben
  • Shifting: den Aufmerksamkeitsfokus flexibel verlagern können, wenn sich die Relevanz von Reizen plötzlich verändert

In diesen Studien mussten Kinder im Sportunterricht das Spiel „Ball über die Schnur“ in Gruppen gegeneinander spielen. Dabei darf die gegnerische Mannschaft den Handball möglichst nicht fangen, nachdem er über die Schnur gegangen ist. Danach wurde der Schwierigkeitsgrad erhöht, indem ein zweiter Ball, ein Volleyball, einbezogen wurde. Dieser musste aber vorher einmal im Feld aufschlagen, bevor er gefangen werden durfte. So wurde die kognitive Anforderung erhöht.

Das Bewegungsprogramm wurde 20 Wochen, je einmal pro Woche für 30 Minuten, durchgeführt. Am Ende wurde der Effekt dieses Spiels auf die drei exekutiven Funktionen der Kinder gemessen. Dabei zeigte sich, dass die Bewegung insbesondere die Inhibitions-Leistung der Kinder verbesserte. Insbesondere die Kinder, die die schlechtesten Inhibitionsfähigkeiten hatten, profitierten am meisten davon. Inhibition war die Fähigkeit, Störreize auszublenden.

Bewegung für Kinder mit ADHS

Besonders für Kinder, die diese elementare Exekutivfunktionen nicht gut ausführen können, ist ein Bewegungsprogramm interessant und scheint auch den größten Effekt zu haben. Falls Ihr Kind von ADHS betroffen sein sollte, haben wir hier Tipps für den Umgang mit ADHS in der Schule gesammelt. Für Kinder mit ADHS scheint auch zu gelten, dass die kognitiven Anforderungen an die Spiele höher sein muss, damit diese engagiert bleiben. Das Spiel muss so interessant, körperlich herausfordern und motivierend sein, dass diese Kinder nicht wegen Langeweile abschalten. Aber auch nicht so komplex, dass sie wegen Überforderung abschalten. Die Lehrkraft oder der Spielpartner muss einen Mittelweg finden.

Warum der Lernpartner beim Bewegen so wichtig ist

Wenn es um Lernen mit Bewegung geht, sei laut Studie auch immer der Lernpartner wichtig. Sei es die Lehrkraft, der Lernpartner oder jemand anderes. Die Studie sagt dazu, dass von entscheidender Bedeutung sei, dass die Lehrkraft in der Schule selbst intrinsisch hoch motiviert sei und positive Emotionen transportieren könne. Zudem sei es wichtig, dass die Lehrkraft auch fachlich kompetent sei. Zusammen sei dies für ein positives Lernklima außergewöhnlich wichtig. Warum die Bedeutung von Emotionen im Unterricht sehr wichtig sind, aber immer noch unterschätzt werden, können Sie in unserem Artikel dazu lesen. Dies alles lässt sich natürlich auch auf die Nachhilfe übertragen, bei der der Lernpartner – der Nachhilfelehrer oder die -lehrerin – auch immens wichtig ist.

Zusammenfassung

Viele Studien widmen sich dem Thema Mit Bewegung lernen. Daher gibt es viele Hinweise, die auf positive Effekte von Bewegung auf die exekutiven Funktionen von Kindern haben. So konnte gezeigt werden, dass die Fähigkeit, Störreize auszublenden (Inhibition) gestärkt werden kann. Insbesondere Kinder mit ADHS können davon profitieren, sofern ausgebildete und motivierende Lehrkräfte anspruchsvolle Bewegungsübungen parat haben, um die Kinder zu motivieren. Falls Sie selbst ein Kind mit ADHS haben, wenden Sie sich gerne an uns und machen Sie eine Probestunde mit einer unserer motivierenden Lehrkräfte aus. Wir sind als Nachhilfeagentur auf die Unterstützung dieser Kinder spezialisiert.